Mikroplastik – Ein Umweltproblem unserer Zeit

Mikroplastik im Körper – Ein Umweltproblem unserer Zeit

Es war einmal ein kleiner Neandertaler. Fröhlich zog er durch die grünen Lande. Auf der Suche nach essbarem. Die Wälder grün, das Wasser sauber und klar und die Luft – ein Frischeduft für die Nase unseres kleinen Neandertalers! Ein Plastik Problem kannte er nicht.

(Mikro)Plastik Probleme im Zeitsprung

35.000 Jahre später – ca. der gleiche Weg – vielleicht. Vermüllt sieht es aus, die Wälder nicht mehr so dicht mit Bäumen bepflanzt, anstelle dessen Müll. Statt sauberer Luft – Abgase. Und das Wasser – na ja, geht so. Aber was ist passiert? Wo ist sie hin die Welt unseres kleinen Neandertalers?

September 2021 - Umweltproblem

Ackerbau und Viehzucht, industrielle Revolution. Nur ein paar Schlagworte die zwischen der Zeit liegen zu der die Neandertaler lebten und dem Heute. Die Corona-Pandemie ist in vollem Gange, das Thema Klimawandel aktueller und dringlicher denn je. Mikroplastik ist ein Umweltproblem unserer Zeit.  Puh, ganz schön viel auf einmal denken Sie? Sie können es bald nicht mehr hören? Sorry, aber im Schatten von Klimawandel und Pandemie tummeln sich weitere, von uns Menschen gemachte Bedrohungen über die wir reden müssen. Bedrohungen die sowohl eine Gefährdung für uns Menschen darstellen, aber auch für andere Arten unseres so toleranten Planeten.

Oh Gott, was denn noch alles schießt es Ihnen durch den Kopf! Tut mir Leid, da müssen Sie, da müssen wir jetzt durch! Wer seinen Gegner kennt sagt man, der kann ihn besiegen. Den Gegner über den ich in diesem Blogbeitrag schreibe heißt „Mikroplastik“. Jetzt klingt Mikro nach sehr klein. Puh, durchatmen? Kann schon nicht so schlimm sein? Doch, leider kann es das.

Kunststoffe im Alltag

Als Mikroplastik werden Plastikpartikel bezeichnet, deren Größe fünf Millimeter nicht überschreiten. Den größten Teil an Mikroplastik liefert – oh nein, nicht schon wieder das Auto – Reifenabrieb. Beispiele für weitere Mikroplastik Quellen sind neben Plastiktüten oder Plastikflaschen auch Fleecejacken oder/und Fasern aus Kleidungsstücken.

Umweltproblem

Mikroplastik findet sich heute quasi überall. In der Natur, unseren Wäldern. In Bächen, Flüssen, Seen und den Weltmeeren. In unserer Nahrungskette, sogar in der Luft. Und ja, wenn sich Mikroplastik in unserer Nahrungskette findet, dann auch im menschlichen Körper. Egal wo Sie sind und hinkommen, Mikroplastik ist dort schon, einen Teil bringen Sie sogar selbst mit – den tragen Sie in sich. In Gewebe, im Darm, in der Leber.

Wie aber ist es möglich das Mikropartikel der Plastiktüte aus dem Supermarkt, aus der Plastikflasche vom Getränkemarkt oder dem Plastikdeckel vom Kaffeebecher Ihres Lieblingsbäckers sich z. B. in Bäuchen von Eisbären und Menschen wiederfindet? Nun, dass ist das Ergebnis ungünstiger Verstrickungen. Die menschliche Sorglosigkeit im Umgang mit seiner Umwelt kombiniert mit der Kraft der Gezeiten. So wird das Plastik das wir in der Natur und in den Gewässern Gedanken- und Skrupellos entsorgen von Sonne und von Wellengang zersetzt. Das Plastik löst sich nicht auf, es wird kleiner. Die Plastiktüte, die Plastikflasche und der Plastikdeckel zerfallen zu Mikroplastik.

Mikroplastik im Meer

Nun ist es dabei aber so, dass nicht jedes Mikroplastik im Meer bis zum Zerfall im Wasser treibt. Manche der Plastikteile „schaffen“ es als vermeintliches Futter in die Mägen von Meerestieren – mit verheerenden Folgen. Die Tiere können das Plastik nicht verdauen was dazu führt, dass Sie am Ende qualvoll verenden.

Mikroplastik im Körper

Und die Teile die zerfallen sind, fragen Sie sich? Was passiert mit denen? Nun. Diese Partikel finden ihren Weg als Mikroplastik überall hin auf unserem einstmals sauberen Planeten. Mikroplastik im Körper z. B. als „Beilage“ oder „Zutat“ wenn wir Fisch essen oder, da sie als Mikroplastik leicht genug sind, über die Luftzirkulation an Land. Sprich auf unseren Äckern, in unseren Wäldern, ja sogar noch auf dem höchsten Berg. Auch unser Trinkwasser beinhaltet die kleinen Plastikteilchen. Können Sie sich vorstellen eine Kreditkarte zu essen? Nein? Ich auch nicht. Schätzungen zu Folge nehmen wir über die beschriebenen Wege aber in etwa genau diese Menge an Plastik pro Woche zu uns!

Unabhängig von der Aufnahmequelle finde ich die Vorstellung, Stoffe in mir zu haben mit Namen wie Polypropylen (PP) oder Polyethylenterephthalat (PET) wenig sexy. Es ergibt sich fast von selbst die Frage nach der Wirkung des Mikroplastik im Körper. Die Frage also, welche gesundheitlichen Auswirkungen die Teilchen auf unser System haben. Dazu laufen verschiedenste Studien und wissenschaftliche Arbeiten, klare Aussagen können bisher allerdings nicht getätigt werden. Eine der Vermutungen richtet sich auf eine mögliche Schädigung des Magen-Darm Traktes mit daraus folgenden Entzündungsreaktionen. Aber auch hierzu sind weitere Studien notwendig.

Mikroplastik vermeiden - Umweltschutz Beispiele

Wie auch immer man es mit Plastik hält – ein Material dessen Rohstoffe Rohöl und Kohle sind, sollte sich aus meiner Perspektive nicht in unseren Körper verirren. Ebenso wenig wie in die Körper anderer Lebewesen unseres Planeten oder in unsere Natur. Es stellt sich die Frage was wir dagegen tun können? Nun, gegen das Mikroplastik im Meer, das bereits herumtreibt und bereits in winzige Teilchen zerfallen ist – da sieht es schlecht aus. Gleiches gilt in ähnlichem Umfang auch für größere Plastikabfälle, hier besteht aber zumindest die Möglichkeit diese, weil aufgrund ihrer Größe noch sichtbar, aufzuspüren und aus der Natur und den Gewässern dieser Welt zu entfernen. Es gibt inzwischen diverse engagierte Menschen und Institutionen die sich dem Plastik Problem annehmen. Beispielsweise die Plastic Bank, die in Ländern wie Costa Rica aktiv sind und Menschen dort Geld geben für Plastik.

Dass probateste Mittel um der Plastikflut entgegenzuwirken ist die Vermeidung von Plastikabfall. Klingt banal, nicht wahr? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass es das mitnichten ist. Und doch gibt es inzwischen eine Menge an Verpackungsalternativen. Gefühlt kommen täglich weitere dazu. Duschseife aus dem Recyclingkarton, Rebowl Gefäße zum Transport von Essen welches Sie im Restaurant holen. Legen Sie sich eine Sammlung Gläschen an, solche in denen z. B. Senf war. Diese lassen sich wunderbar nutzen, z. B. wenn Sie Nüsse oder Trockenfrüchte mögen. Sie helfen damit nicht nur die Plastikflut zu bremsen, wenn Sie solchen Gläschen eine zweite Chance geben senken Sie gleichzeitig noch die ungünstige CO2-Bilanz des Gläschens.

Persönliches Engagement Umweltschutz

Sie sehen anhand weniger Beispiele das wir dem Plastik Problem nicht gänzlich und hilflos ausgeliefert sind. Was es Bedarf ist allerdings etwas Aktionismus – von Ihnen, von uns allen. Die politische Intervention ist zu träge, es ist an uns dem entschieden entgegen zu treten. Es geht nicht mehr um die Lebensgrundlage unseres kleinen Steinzeitmenschen – der hat uns den Planeten sauber hinterlassen. Jetzt sind wir dafür verantwortlich, dass was wir angerichtet haben, wieder gerade zu biegen. Kreativ und konsequent. Aus Liebe zu unserer Lebensgrundlage, wenn wir mögliche Gesundheitsrisiken ansprechen aber auch aus Liebe zu uns selbst.

Weiterführende Quellen:

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